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Seemannschaft

Sicherheit an Bord, Vorfahrtsregeln, Bootskunde, Wetter und eine Checkliste für den Start aufs Wasser.

Seemannschaft

Sicherheit an Bord

Segeln ist ein sicherer Sport, wenn man ein paar Grundregeln kennt. Diese Seite ersetzt keine Ausbildung, sie gibt eine erste Orientierung.

Schwimmweste

Kinder und Jugendliche tragen auf dem Wasser immer eine Schwimmweste. Auch Erwachsene legen sie an, wenn der Wind auffrischt, das Wasser kalt ist oder sie allein unterwegs sind.

Kentern

Nach einer Kenterung bleibt die Crew beim Boot. Es trägt, ist besser zu sehen als ein Kopf im Wasser und lässt sich meist wieder aufrichten.

Notruf

Bei Gefahr für Leib und Leben: 112 (Rettungsdienst, Feuerwehr). Die Polizei erreichen Sie unter 110. Rufen Sie früh an und nennen Sie Ort, Lage und Zahl der Personen.

Mensch über Bord

Das Manöver gehört in jede Segelausbildung und lässt sich nur durch Üben sicher beherrschen. Der Ablauf in vier Schritten:

  1. Laut rufen

    „Mensch über Bord!“ rufen und die Person nicht mehr aus den Augen lassen. Eine Person zeigt dauernd mit dem Arm auf sie.

  2. Rettungsmittel zuwerfen

    Rettungsring oder Schwimmhilfe sofort zuwerfen. Die Person soll etwas zum Festhalten haben.

  3. Boot manövrieren

    Boot wenden und die Person mit dem Bug gegen den Wind ansteuern. Fahrt herausnehmen, damit das Boot nahe der Person zum Stillstand kommt.

  4. An Bord holen

    Person mit mehreren Helfern an Bord holen, auf Unterkühlung achten und bei Bedarf Hilfe rufen.

Regeln auf dem Wasser

Vorfahrtsregeln

Vier Grundregeln, die auf dem Wannsee täglich gebraucht werden. Sie sind nicht abschließend. Im Zweifel gilt: früh ausweichen und das deutlich zeigen.

Verschiedene Bugs

Wind Wind von links: weicht aus Wind von rechts: Vorfahrt

Das Boot mit dem Wind von Steuerbord (rechts) hat Vorfahrt vor dem Boot mit dem Wind von Backbord (links). Kurz: Steuerbordbug vor Backbordbug.

Gleicher Bug

Wind Luvboot weicht aus Leeboot hat Vorfahrt

Wenn beide Boote den Wind von derselben Seite haben, hat das Boot in Lee (windabgewandt) Vorfahrt. Das Luvboot weicht aus.

Überholen

Wer überholt, hält sich frei. Das gilt unabhängig vom Bug, solange das andere Boot überholt wird.

Berufsschifffahrt

Fahrgastschiffe, Fähren und Frachtschiffe, die auf das Fahrwasser angewiesen sind, haben Vorrang vor uns. Wir halten Abstand und verlassen die Fahrrinne rechtzeitig.

Seemannssprache

Bootskunde und Seemannssprache

An Bord gelten eigene Wörter. Sie sind kurz, eindeutig und auch bei Wind gut zu verstehen.

BugHeck Backbord (links)Steuerbord (rechts) MastBaumPinne
Ein Boot von oben, mit den wichtigsten Teilen.

Kommandos bei Wende und Halse

  • Wende„Klar zur Wende?“ – „Klar!“ – „Ree!“
  • Halse„Klar zur Halse?“ – „Klar!“ – „Rund achtern!“

Bei beiden Manövern wechselt das Boot den Bug. Wer an Bord ist, duckt sich unter dem Baum und achtet auf die Schoten.

Begriffe von A bis Z

Bug / Heck
Vorderes und hinteres Ende des Bootes.
Backbord / Steuerbord
Links und rechts, in Fahrtrichtung gesehen. Backbord trägt nachts die rote, Steuerbord die grüne Laterne.
Luv / Lee
Die dem Wind zugewandte Seite (Luv) und die abgewandte Seite (Lee).
Großsegel
Das große Segel hinter dem Mast, es wird am Baum gefahren.
Fock
Das vordere Segel, das vor dem Mast gefahren wird.
Baum
Die waagerechte Stange, an der das Großsegel unten befestigt ist.
Schot
Die Leine, mit der ein Segel dichtgeholt oder gefiert wird. An Bord gibt es keine „Seile“, nur Leinen.
Fall
Die Leine, mit der ein Segel hochgezogen wird.
Pinne und Ruder
Die Pinne ist der Hebel, mit dem das Ruder bewegt wird, und damit das Boot gesteuert.
Anluven / Abfallen
Anluven heißt, näher an den Wind zu steuern, abfallen heißt, vom Wind weg zu steuern.
Wende
Das Drehen des Bugs durch den Wind, danach segelt das Boot auf dem anderen Bug.
Halse
Das Drehen des Hecks durch den Wind, das Boot segelt danach auf dem anderen Bug.
Kreuzen
Im Zickzack gegen den Wind segeln, mit Wenden von Bug zu Bug.
Am Wind / Halbwind / Vorwind
Segelkurse zum Wind: schräg gegen den Wind, quer zum Wind oder mit dem Wind von hinten.

Wetterkunde

Wolken, Böen und Gewitter

Auf dem Wasser zählt, was kommt, nicht nur, was gerade ist. Wer die Wolken lesen kann, bekommt früh Zeit zu reagieren. Die Windstärke zeigt die Beaufort-Skala.

Quellwolken (Cumulus)

Weiße Haufenwolken mit flacher Basis sind typisch für Schönwetter. Wachsen sie schnell in die Höhe, kann sich daraus ein Schauer oder Gewitter entwickeln.

Gewitterwolken (Cumulonimbus)

Hohe, dunkle Wolkentürme, oft mit Amboss. Böenwalzen, Starkregen und Blitze kündigen sich an. Jetzt gilt: sofort in den Hafen.

Federwolken (Cirrus)

Dünne, hohe Schleier. Verdichten sie sich, kommt oft innerhalb von ein bis zwei Tagen ein Wetterumschwung.

Schichtwolken (Stratus)

Graue, gleichförmige Decke, oft mit Nieselregen und schlechter Sicht. Der Wind ist meist mäßig, die Sicht kann auf dem Wasser aber stark nachlassen.

Vor dem Start

Checkliste vor dem Auslaufen

Zehn Minuten Vorbereitung sparen viel Ärger auf dem Wasser. Haken Sie ab, was erledigt ist, oder drucken Sie die Liste aus.

Wetter und Wind
Crew und Ausrüstung
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