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Knoten Schritt für Schritt

Die sechs wichtigsten Segelknoten, mit Merkspruch und den häufigsten Fehlern.

Knoten lernt man am besten mit einer Leine in der Hand. Probier sie ruhig mehrmals aus, bis sie ohne Anleitung sitzen. Die Beschreibungen ersetzen keine Einweisung im Kurs oder beim Clubabend. Wer es lieber gezeigt bekommt, fragt dort einfach nach.

Palstek

Wofür? Der König der Knoten: bildet eine feste Schlinge, die nicht zuzieht und sich auch nach starker Belastung wieder lösen lässt. Für Festmacher, Rettungsschlinge und zum Anschlagen der Fockschot.

Merkspruch: „Der Hase kommt aus dem Loch, geht um den Baum und wieder hinein.“

  1. Mit der Leine ein kleines Auge legen: das Ende liegt dabei über der stehenden Part (das „Loch“).
  2. Das Ende von unten durch das Auge stecken (der Hase kommt aus dem Loch).
  3. Das Ende hinter der stehenden Part herumführen (um den Baum).
  4. Das Ende wieder von oben in das Auge zurückstecken (und wieder hinein).
  5. Alles dicht holen: Ende und stehende Part festziehen. Das Ende liegt innen in der großen Schlinge.

Typischer Fehler: Das Ende ist zu kurz und rutscht heraus. Mindestens eine Handbreit überstehen lassen. Bei wechselnder Last zusätzlich mit einem halben Schlag sichern.

Achtknoten

Wofür? Der Stopperknoten am Ende von Schoten und Fallen. Er verhindert, dass die Leine durch Block oder Curryklemme rutscht, und lässt sich leicht wieder öffnen.

Merkspruch: „Einmal um die stehende Part herum, dann zurück durchs Auge.“

  1. Das Ende über die stehende Part legen und so eine Schlinge bilden.
  2. Das Ende hinter der stehenden Part herumführen.
  3. Das Ende von vorn durch die Schlinge stecken.
  4. Dicht holen: Der Knoten sieht aus wie eine Acht.

Typischer Fehler: Der Knoten wird nicht dicht geholt und verrutscht, oder das Ende ist zu kurz. Er muss fest und sauber liegen.

Kreuzknoten

Wofür? Verbindet zwei gleich dicke Leinen, zum Beispiel beim Reffen des Segels. Nur für leichte Belastung und nie als Verbindung für wichtige Leinen.

Merkspruch: „Rechts über links, links über rechts.“

  1. Das rechte Ende über das linke legen und einmal herumschlingen.
  2. Jetzt das linke Ende über das rechte legen und wieder herumschlingen.
  3. Beide Enden dicht holen: Der Knoten liegt flach, und beide Enden zeigen auf jeder Seite in dieselbe Richtung.

Typischer Fehler: Zweimal in die gleiche Richtung geschlungen: Es entsteht ein „Altweiberknoten“, der nicht hält. Mit Rechts-über-links und Links-über-rechts vermeidet man das.

Webeleinenstek

Wofür? Schnell gelegt und schnell gelöst: zum Befestigen von Fendern an der Reling oder zum kurzen Festmachen. Unter wechselnder Last kann er sich lockern und braucht dann eine Sicherung.

Merkspruch: „Zweimal rundherum, dann das Ende unter die letzte Windung.“

  1. Die Leine um die Reling oder den Pfahl legen und das Ende über die stehende Part führen (erste Windung).
  2. Das Ende noch einmal in dieselbe Richtung um die Reling legen (zweite Windung).
  3. Das Ende unter die zweite Windung stecken, sodass es zwischen Reling und Windung liegt.
  4. Dicht holen: Die beiden Teile liegen nebeneinander, die Leine zeigt in beide Richtungen.

Typischer Fehler: Bei pendelnder Last (Fender, Welle) lockert er sich. Dann mit einem halben Schlag sichern oder einen anderen Knoten wählen.

Rundtörn mit zwei halben Schlägen

Wofür? Der Klassiker zum Festmachen an Poller, Ring oder Pfahl. Hält sicher, auch bei Zug, und lässt sich unter Last noch lösen.

  1. Die Leine zweimal rund um Ring oder Pfahl legen (Rundtörn). Das verteilt die Last.
  2. Das Ende um die stehende Part herumführen und durch die entstandene Schlinge stecken (erster halber Schlag).
  3. Einen zweiten halben Schlag in derselben Richtung direkt daneben legen.
  4. Dicht holen: Das Ende steht nach dem zweiten Schlag ein Stück über.

Typischer Fehler: Die halben Schläge werden in entgegengesetzter Richtung gelegt. Beide müssen gleichsinnig liegen, sonst hält der Knoten nicht richtig.

Schotstek

Wofür? Verbindet zwei Leinen unterschiedlicher Dicke und schlägt Schoten ans Segel an. Wird er doppelt gelegt, hält er auch bei großem Dickenunterschied.

  1. Die dickere Leine zu einem Auge (einer Bucht) legen.
  2. Die dünnere Leine von hinten durch das Auge stecken.
  3. Das dünne Ende hinter dem Auge herumführen, um beide Teile der Bucht.
  4. Das Ende unter die eigene dünne Leine durchstecken, nicht über sie.
  5. Dicht holen. Beide Enden zeigen auf dieselbe Seite. Für große Dickenunterschiede eine zweite Windung um die Bucht legen (doppelter Schotstek).

Typischer Fehler: Die beiden Enden liegen auf verschiedenen Seiten: Dann ist es kein sicherer Schotstek. Beide Enden sollten auf derselben Seite liegen.

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